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Sep 01 2017


Wenn Flieger einen Ausflug machen – das Fliegerlager 2017 des ACR in Renneritz (Nördlich Leipzig).

Nach einigen Jahren der „Abstinenz“ hat der Aeroclub-Ratingen wieder ein Fliegerlager abgehalten. Dieses sollte nicht am Meiersberg stattfinden, sondern auf einem Segelflugplatz weit im Osten, in Renneritz. 

Renneritz ist ein kleiner Ort, so ziemlich in der Mitte zwischen Leipzig und Dessau gelegen, und es gibt dort einen Segelflugplatz, der vom Segelflugverein Wolfen betrieben wird. Thomas, unser Cheffluglehrer, ist in Renneritz ein „alter Bekannter“, der dort schon mehrmals mit unterschiedlichen Gruppen  ein Fliegerlager durchgeführt hat. Für uns Ratinger war der Platz allerdings neu.

Am Samstag, dem 05.08. war es dann soweit.

Mit 4 Flugschülern, 2 Fluglehrern, 3 Scheininhabern und vier Flugzeugen machten wir uns auf den Weg ins mehr als 400 km entfernte  Renneritz. Neben uns Ratingern nahmen auch einige Freunde von Sportflug Niederberg an unserem Fliegerlager teil.

Bei unserem Aufbruch war das Wetter am Meiersberg  genau so, wie ein Segelflieger es sich nicht wünscht und dank des kräftigen Regens entschlossen wir uns dazu, unsere Abfahrt erst eine Stunde später als geplant anzutreten. Auch wenn unsere Kunststoffflieger in geschlossenen Transportanhängern so ziemlich jedem Wetter trotzen können, so hatten wir doch Angst um unsere K8, die wir auf einem offenen Hänger transportieren mussten.

Unsere Niederberger Freunde, die ebenfalls eine K8 mitnahmen, fuhren mit ihrem „Holz“-Flieger erst einen Tag später los, was wettertechnisch betrachtet eine gute Entscheidung war.

So eine Fahrt mit einem Segelflugzeug im Schlepptau hat etwas Gemütliches, wenn man sich an die geltenden Verkehrsregeln hält, und so kamen wir nach etlichen Stunden Fahrt am Spätnachmittag in Renneritz an. Kurz vor dem Ziel herrschte noch einmal Weltuntergangsstimmung, denn es regnete so stark, dass man auf der Straße fast nichts mehr sehen konnte.

Unseren Fliegern hat es allerdings nicht geschadet, sie haben das ganze Wasserspektakel ohne Probleme überstanden.

Nach einem überaus freundlichen Empfang, den uns unsere Fliegerkameraden aus Renneritz bereitet hatten, hieß es für einige von uns noch „Zelt aufbauen“, bevor wir den Abend dann gemütlich ausklingen ließen.

Am Sonntag konnten wir nach dem Aufrüsten der Flieger und der obligatorischen Einweisung – auf Neudeutsch „Briefing“ genannt - ausführlich den Platz und seine Umgebung sowohl vom Boden als auch aus der Luft begutachten. Auf immerhin 18 Starts haben wir es an diesem ersten Tag mit unseren Fliegern gebracht.

Der Flugplatz Renneritz ist ein Stück größer als unser Meiersberger Platz und dank der größeren Platzlänge sowie der Tatsache, dass auf der Seilwinde Kunststoffseile verwendet werden, konnten wir dort von viel größeren Ausklinkhöhen profitieren. Die Rekordausklinkhöhe mit der K8 lag bei über 700 Metern. Von so etwas können wir auf dem Meiersberg nur träumen.

Die ganze Umgebung des Platzes ist recht flach, es gibt so gut wie keine Hügel, dafür aber jede Menge großer Felder, die dank der Jahreszeit auch schon zu einem großen Teil abgeerntet waren.

Eine sehr beruhigende Tatsache für all die von uns, die als Schüler noch ihren 50 km Flug vor sich hatten. Denn wenn man es einmal nicht bis zum nächsten Flugplatz schafft, dann kann zum Glück einer dieser Äcker als Landeplatz herhalten.

Die Renneritzer Fliegerkollegen verfügen über eine ganze Reihe von Segelflugzeugen, die in unserer Gegend eher weniger verbreitet sind und die teilweise für uns exotisch klingende Namen tragen.

Während „Pirat“ sich ja noch relativ unspektakulär anhört, trugen die anderen Flieger Namen wie „Puchacz“ (Uhu) oder „Bocian“ (Storch). 

Einige von uns hatten dann auch Gelegenheit, diese Flieger fliegen zu können oder zumindest einmal mitzufliegen.

Während wir von Sonntag bis Mittwoch ausgiebig fliegen konnten und unsere Schüler ausbildungstechnisch große Fortschritte machten, war das Wetter am Donnerstag nicht fliegbar und so entschlossen wir uns kurzfristig, dem Hugo Junkers Technikmuseum in Dessau einen Besuch abzustatten.

Dieser Besuch wurde mit einer Spende des Wolfener Segelflugvereins verknüpft, der dem Museum einen ihrer alten „Piraten“ überließen.

Der Besuch im Museum ist natürlich ein Muss für jeden Flugbegeisterten, gibt es dort doch hier unter anderem eine JU52 zu besichtigen, aber auch eine Junkers F-13, das erste Ganzmetall Passagierflugzeug der Welt.

Da am darauffolgenden Tag das Wetter immer noch zu wünschen übrig ließ, statteten einige von uns Leipzig einen Besuch ab. So wurde uns an beiden Tagen auch ohne Fliegen nicht langweilig.

Am Wochenende musste uns Maria verlassen, dafür kam Michael, der seine Gitarre mitbrachte.

An den folgenden Abenden konnten wir die abendliche Lagerfeueratmosphäre dann noch mit Gitarrenklängen genießen. 

Die nächsten Tage gaben dann fliegerisch wieder etwas her, und am 12. August hatten wir als Highlight eine Wilga – eine polnische Motormaschine mit Sternmotor vom Nachbarflugplatz zu Besuch. Diese Maschine ist hervorragend für den Flugzeugschlepp geeignet und so ergab sich für Max und Eberhard die Gelegenheit, ihre Flugzeugschleppberechtigung zu erwerben. Hierfür sind jeweils mindestens 5 Flüge mit und 5 Flüge ohne Fluglehrer zu absolvieren.

  • Anflug 1 PLZ-104 Wilga 35 A
    Schleppmaschine
  • Anflug 2 PLZ-104 Wilga 35 A
  • Anflug 3 PLZ-104 Wilga 35 A
  • Anflug 4 PLZ-104 Wilga 35 A

Als Krönung  war dann auch noch die Presse vor Ort, so dass wir uns drei Tage später in der lokalen Zeitung verewigt fanden.

Am 14. August gab es für Max und Eberhard noch ein weiteres Highlight. Beide konnten ihren 50km Überlandflug absolvieren und sind damit ihrer Pilotenlizenz einen großen Schritt näher gekommen. Eberhard durfte dabei gleich mit einem der oben erwähnten Äcker Bekanntschaft und dabei seine erste Außenlandung machen. 

Unsere Abreise fand am Freitag, dem 18. August statt. Einen Tag früher als ursprünglich geplant, aber das war durchaus sinnvoll, da für diesen Tag die Wettervorhersage nichts Gutes erwarten ließ.

Alles in Allem ein toller Fliegerurlaub. Keiner von uns, der sich nicht mit einem Lächeln im Gesicht daran erinnert.

Fliegerisch betrachtet war unsere Reise ein voller Erfolg.

Maria, die einige Jahre fliegerische Abstinenz geübt hatte,  konnte ihre Lizenz wieder auffrischen und darf jetzt wieder voll und ganz selbstständig fliegen.

Felix hat es über 5 Stunden in der Luft ausgehalten und damit seine Silber-C erflogen.

Max und Eberhard konnten sowohl ihren 50km Flug absolvieren als auch ihre Flugzeugschleppberechtigung erwerben.

Und alle anderen konnten viele schöne Flüge machen und dies nicht nur in der unmittelbaren Umgebung des Platzes sondern auch auf Strecken von teilweise über 100 km.

Unser besonderer Dank gilt unseren beiden Fluglehrern Thomas und Alois, die jedem von uns noch viel beibringen konnten sowie unseren Gastgebern, den Fliegerkameraden vom Segelflugverein Wolfen, darunter Rainer und Wuschel, um nur zwei zu nennen.

Wir kommen jederzeit gerne wieder!

  • Die Teilnehmer am Fliegerlager
    Die Mannschaft bestand aus Flugschülern des ACR & SFN
  • Startvorbereitungen mit dem TWIN
    Der Flugschüler und Fluglehrer machen sich bereit...
  • Startvorbereitungen mit dem TWIN
    Scheininhaber Patrick zum Einweisungsflug
  • Cockpit Ansicht unseres TWIN´s
  • Eberhard und Thomas
    Kassenwart und Fluglehrer
  • Morgengrauen mit Tiefnebel
  • Morgengrauen mit Tiefnebel
    Lepo wartet auf seinen Einsatz

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